Die Theatergruppe von Irene Borges aus Havanna zeigte anlässlich der Festwoche in Camagüey ihr Kinderstück "Por los caminos del mundo". Nach der Vorstellung strömten die Schulklassen aus dem Theater und erzählten sich gegenseitig aufgeregt die Szenen, die sie am meisten beeindruckt hatten. Plötzlich lief ein Junge zur Lehrerin und fragte sie etwas. Daraufhin lief die Leherin zum Einlasspersonal und die wiederum verschwanden im Theatersaal. Dann öffneten sich nocheinmal die Türen und alle 40 Kinder strömten wieder hinein, um sich bei den drei Schauspielern zu bedanken und kamen Freude strahlend wieder zur anderen Tür hinaus.
Das Stück hatte die kleinen Zuschauer im Herzen getroffen. Es erzählte von drei Zigeunern, die mit ihrem Wagen in der Welt unteregs sind und Geschichten erzählen. Das Stück, das das Ensemble selbst entwickelt hat, führt von einer Geschichte zur nächsten. Wie bei einer Matroschka öffnet sich in der einen Geschichte das Fenster zur nächsten Geschichte. Erst trifft der Zigeuner einen feinen Herren, der seinen Esel schikaniert. Den kauft er dem Edelmann ab und nun beschließen der Zigeuner und der Esel, mit seiner neu gewonnen Freiheit, durch die Welt zu ziehen und Geschichten zu erzählen. Sie treffen auf die Möwe, die vor der Hochzeit mit einem Prinzen geflohen war und im Land der Raben als Fremde misshandelt wurde und nun erschöpft auf der Straße liegt. So ziehen sie zu dritt weiter und die Möwe hat auch gleich eine Geschichte zu erzählen: vom kleinen Zigeuner, der sich in die Mondin verliebt, die ihm aber vom Sonnenmann weggenommen wird. nach einer zweiten Attacke der Raben, die das Theater verachten und von der Wandergruppe eine Lizenz fordern, muss die Möwe wieder zurück zu ihren Schwestern nach hause und so fliegt sie davon. Der Zigeuner, der sich in sie verliebt hat, macht sich gemeinsam mit seinem Freund, dem Esel, auf den Weg bis ans Ende der Welt, sie zu suchen. Und so ziehen sie weiter, immer weiter...
Mit ganz einfachen Mitteln erzählen, tanzen und singen die drei Schauspieler die Geschichten, verwandeln sich in die verschiedenen Figuren und schaffen es durch große Sinnlichkeit bei den Kindern und Erwachsenen die Sehnsucht nach der Ferne zu wecken oder zu schüren...sie machen das Publikum träumend: von der Freiheit, in die Fremde zu reisen.