nach einer kurzen magengrummelkrampfphase bin ich tatsaechlich auf der insel angekommen und wohne gerade im teatro del viento (also: theater des windes). da gibt es ueber der buehne eine kleine wohnung,
Der regisseur der gruppe , Freddy, hat vor 10 jahren das theater geschenkt bekommen. es war eine ruine und dann hat er mit seinen schauspielern das theater saniert und er ist sehr froh, dass er hier seinen eigenen raum hat und das theater machen kann, was ihm gefaellt. er erzaehlte, dass sie vor 4 monaten ein stueck entwickelt haben, dass ein wahres ereignis in der stadt aufgeriffen hat. ein 18 jahrer alter junge wurde erstochen, nachts, er arbeitete als prostituierter...die schauepielr entwickelten ein stueck, dass von der lebensituatione des jungens und seiner mutter erzaehlte und den Noeten in den sie leben...die polizei kuemmerte sich nicht oder unzureichend um den mord und die mutter bleib ziemlich allein mit ihrem schicksal. das theater war 3 monate ausverkauft und die leute standen schon nachmittags an um karten zu kreigen...freddy sagt, dass eben wenige gruppen hier theater machen, was sich mit der realitaet auseinandersetzt...er hat auch probleme bekommen, weil er das stueck gemacht hat..aber nachdem sie ihn ein paar mal gebeten haben, dinge im stueck zu aendern und er ees nicht getan hat, ist nichts weiter passiert..die angst der leute vor der staatlichen zensur ist schon so im kopf drin , dass viele schon bevor sie kritik ueben , oeffentlich, angst vor den konsequenzen haben...aber es passiert eben nicht immer so....hier in Camaguey erlebe ich kuba nochmal ganz anders als in La habana. die Menschen hier sind so herzlich und eben auch die theaterleute und ich sehe gerade wieder all die schoenen Dinge hier. das ist wunderbar!
gerade ist hier ein kleines theaterfestival zum 50. geburtstag der revolution. sie haben das hier ganz kurzfritig organisiert, weil das eigentliche kubanische theaterfestival im september hier stattfinden sollte, aber der hurrikan hat kurz vorher die ganze stadt verwuestet und so wurde das eigentliche festival jetzt nach la havanna verlegt.
heute abend sehe ich eine Version der Hamletmaschine im Teatro estudio experimental und danch gibt es eine starssentheaterauffuehung einer polnischen gruppe aus Warschau!
2 Kommentare:
hallo christiane,
viel melancholie in deinen beschreibungen.
als ich dich und kuba damals besucht habe gab es die hoffnung auf einen wechsel (zum lebendigeren - irgendwie) wenn fidel nicht mehr an der macht ist. das war eine wartestimmung und viele jahre her und scheint eine enttäuschte hoffnung zu sein(?)
hamletmaschine würde mich auch sehr interessieren.
-viel kraft in und für kuba
hørst
Liebe Christiane, es ist sehr berührend, was du aus Cuba schreibst, aber auch weit weg von Berlin im weihnachtstaumel.
Hast Du schon gesehen:
http://www.magnumphotos.com
Das ist die Seite von diesem Fotografenzusammenschluss und auf der Titelseite sind Cubabilder "Cuba revisited".
Gestern hab ich gehört, dass Armin Petras gerade in Cuba unterwegs war mit Philipp Löhle, den wir noch aus Baden-Baden kennen und der jetzt Hausautor am Gorki ist. Genieße die Zeit.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Dein Sven
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